Home | Allgemein | Industriekultur in Sachsen – Probenraum für Punkrocker
Industriekultur in Sachsen – Probenraum für Punkrocker

Industriekultur in Sachsen – Probenraum für Punkrocker

4. Station: August Horch Museum Zwickau. 2020 hat Sachsen das Jahr der Industriekultur ausgerufen. Im Februar 2019 gingen die Staatsminister Martin Dulig und Dr. Eva-Maria Stange gemeinsam mit Journalisten auf Exkursion und besuchten touristisch wichtige Standorte in der Region.

Es berichtet Dr. Christine Scheel

 

Prosit Gardeko oder Wenn Punkrocker ihr eigenes Bier brauen

Eigentlich waren sie nur auf der Suche nach neuen Proberäumen. Eigentlich. Daraus geworden ist eine bislang anhaltende, trinkfeste Erfolgsgeschichte. Die noch größer werden könnte, wenn man denn wollte. Will man(n) aber derzeit nicht.

Gemeint sind die Jungs – Darf man das zu Familienvätern in den Mittdreißigern eigentlich noch sagen? – um Denny Helmer von der Zwickauer Punkrockband ‚Kevin‘.

Sie fanden im Erdgeschoss des ehemaligen VEB Gardeko, der Eingang etwas versteckt, neue Räume für ihre kraftvolle Musik. Ein paar Sitzgelegenheiten aus einem alten Kino mussten her, etwas Deko für die altindustriellen Wände gab’s auch. Das war schnell geschehen und nach einer anstrengenden Probe brachte dann einer die Idee des eigenen Bieres auf. Würde passen, fand man. Sowohl zu den Menschen als auch zu den Räumen.

Und so folgte der Theorie der Praxistest, ging am Anfang durchaus auch mal was daneben. Inzwischen gibt es sogar einen richtigen Braumeister und 5-6 verschiedene Sorten im Angebot. Nicht streng nach dem deutschen Reinheitsgebot, dafür aber süffig und sehr beliebt bei den eigenen Leuten wie auch dem lokalen Umfeld.

Am besten man belässt es als Besucher aber beim Gemütlichkeit ausstrahlenden Barraum und verzichtet auf den Blick hinter die Kulissen gleich nebenan. Denn dort ist dann nichts mehr zu spüren von Industriecharme und dekorativ gelagerten Getreidesäcken. Nebenan herrscht fast Laboratmosphäre, stehen die Plastefässer ganz unromantisch auf dem Boden und stapelt sich das Leergut. Produktionsbedingungen eben. Da ist Romantik fehl am Platze.

Also wieder zurück an die Bar und sich gefreut, dass in dieses große Areal so viel unterschiedliches Leben eingezogen ist und noch einziehen wird. Dass Industriegeschichte in den alten Mauern lebendig bleibt. Und das auch ganz ohne Alkohol.

PS: Die Brauerei war übrigens der erste Anlaufpunkt am zweiten Tag der Tourismusreise 2019 von Wirtschaftsminister Martin Dulig und seiner Kabinettskollegin Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange.

Credits

Fotos: © moritzpress/Christine Scheel

Nachdruck: auch auszugsweise nur mit Genehmigung und Quellenangabe © moritzpress/Christine Scheel

Scroll To Top