Home | Industriekultur | Sommerzeit = Reisezeit = Industriekulturzeit (?)
Sommerzeit = Reisezeit = Industriekulturzeit (?)

Sommerzeit = Reisezeit = Industriekulturzeit (?)

Plötzlich ist er da der Sommer und mit ihm die Frage: Wo soll man hinfahren? Was lohnt einen Besuch?

Eine Kolumne von Dr. Christine Scheel.

Anregungen dazu gab es bereits Anfang März auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin – d e m Branchentreff der Reisewelt. Gut, wer sich jetzt erinnert und die Prospekte sichtet.

Mittendrin im weitläufigen Gelände der Berliner Messe steht plötzlich eine Backstein-Shedhalle mit Dampfmaschine, Tiegelpresse, Handwebstuhl und raumgreifenden Stahlskulpturen. Gelb dominiert als Farbe auf der Fläche, Boom ist das Wort der Stunde. Es handelt sich um den Messestand Sachsens, der ganz auf das Jahr der Industriekultur 2020 und die 4. Sächsische Landesausstellung ausgerichtet ist.

Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die Backsteine zwar als perfekte Illusion, ebenso wie der Blick aus den Fabrikfenstern. Doch der Gesamteindruck bleibt – hier ist man willkommen, hier gibt es viel neues Altes zu entdecken.

Und da machen sich auch die Vertreter der sogenannten Hochkultur wie Dresdens Gemäldegalerien oder das Gewandhausorchester Leipzig ganz klein und reihen sich am Rande der großen Mittelfläche dem Motto unter. Musik wird aber auch hier geboten. Ein bisschen gehen die sphärischen Klänge des Dresdner Stahlquartetts allerdings unter. Zu mystisch sind die eigens arrangierten Stücke fürs laute Messegeschäft, bei dem es hauptsächlich um Destinationen, Hotel-Kapazitäten und Besucherströme geht.

Aber eigentlich setzt Industriekultur genau hier an. Sie ist eben mehr als nur industrielle Backsteinromantik, mehr als perfekte handwerkliche Tradition. Industriekultur kann das Besondere sein, das Besucher nach Sachsen bringt. So sieht es auch der für Tourismus zuständige Wirtschaftsminister unseres Freistaates Martin Dulig.

Und hat auch gleich noch einen Vorschlag für einen Kurztrip parat: Tag 1 führt nach Westsachsen, der Wiege des deutschen Automobilbaus, Tag 2 dann nach Leipzig. Mit Bauhaus-Ausstellung im Grassi-Museum und lebendigen industriellen Zeugnissen in Plagwitz, die sich besonders gut vom Wasser aus betrachten lassen, ein perfektes sommerliches Reiseziel.

Damit hätten wir doch auch gleich die passende Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Zumindest eine darauf. Denn zu entdecken gibt es natürlich noch so viel mehr!

Wie wäre es da z.B. mit den 7. Tagen der Industriekultur in Leipzig Ende August (22.-25.08.19) oder denen in Chemnitz dann Ende September (27.-29.09.19)? Dies nur so als mein persönlicher Tipp….

Credit:

Fotos: © moritzpress/Christine Scheel

Scroll To Top